3 Legal Prompting Tipps aus der Praxis

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie einen Prompt eintippen und das Ergebnis irgendwie... okay ist? Nicht schlecht, aber auch nicht das, was Sie sich erhofft hatten. Zu oberflächlich, zu allgemein, nicht Ihr Stil. Viele Juristinnen und Juristen, mit denen wir sprechen, kennen genau diesen Moment. Und viele ziehen daraus den falschen Schluss: „KI ist halt nicht so gut." Dabei liegt das Problem fast immer woanders, nämlich im Prompt. Wir haben uns zuletzt intensiv mit Legal Prompt Engineering beschäftigt und unsere drei Tipps für den juristischen Alltag hier zusammengefasst.

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1. KI ist ein Wahrscheinlichkeitsmodell – und Sie steuern die Wahrscheinlichkeiten

Hinter jedem KI-Chatbot steckt ein Large Language Model, das im Kern eine einzige Frage beantwortet: Welches Wort kommt als nächstes am wahrscheinlichsten? Das klingt simpel, hat aber eine wichtige Konsequenz: Je mehr relevante Informationen Sie in Ihren Prompt packen, desto gezielter kann das Modell die richtigen Schlüsse ziehen. Ein Prompt wie „Fasse das Urteil zusammen" liefert Ihnen eine andere Antwort als einer, der Rolle, Kontext und gewünschtes Format klar definiert. Sie beeinflussen also nicht nur, was die KI antwortet, sondern wie sie denkt.

So baust du einen Prompt, der wirklich funktioniert: Rolle/Kontext, Aufgabe, Format, Beispiel

2. Ein strukturierter Prompt hat vier Elemente – und das Wichtigste wird am häufigsten vergessen

Rolle/Kontext, Aufgabe, Beispiel, Format – das ist das Grundgerüst eines guten Prompts. Die Rolle hilft der KI, sich auf ein Fachgebiet zu fokussieren. Die Aufgabe definiert, was genau passieren soll. Aber das Element, das den größten Unterschied macht und am häufigsten fehlt, ist der Kontext: Welche Informationen würden Sie einer Kollegin mitgeben, damit sie die Aufgabe wirklich gut erfüllen kann? Mandatshistorie, Jurisdiktion, Ziel der Analyse – all das gehört rein. Und am Ende: das Format. Wer nicht sagt, wie das Ergebnis aussehen soll, darf sich nicht wundern, wenn KI einfach drauflos schreibt.

3. Der Aufwand, der sich rechnet

Ein ausführlicher Prompt braucht Zeit. Das stimmt. Aber: Wer KI regelmäßig für die gleiche Art von Aufgabe nutzt – sei es Urteilsanalyse, Vertragsprüfung oder Mandantenkommunikation – sollte diesen Aufwand einmal investieren und den Prompt dann speichern. Denn ein guter Prompt ist kein Einmalprodukt, sondern ein Werkzeug, das sich wiederholt einsetzen lässt. Und wer sagt, er ist zu beschäftigt dafür: Genau dann lohnt es sich am meisten.

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Die vollständige Session, inklusive Live-Demo, konkretem Urteilsbeispiel und Prompt-Aufbau Schritt für Schritt, haben wir aufgezeichnet. Sie können sie sich jederzeit in Ruhe ansehen:

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Porträt von Anisja Porschke aus dem AI Legal Club

Anisja Porschke

15. Juli 2026

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