Anleitung zum Schreiben wirksamer Prompts mit einer Illustration von schwebenden Briefumschlägen.

So schreibst du Prompts, die wirklich funktionieren

Du schreibst einen Prompt, drückst Enter – und das Ergebnis enttäuscht. Klingt bekannt?

Das liegt meistens nicht am Modell. Es liegt daran, wie der Prompt aufgebaut ist. Sprachmodelle sind keine Gedankenleser. Sie verarbeiten Text als reine Zeichensequenz – ohne zu wissen, was Aufgabe, was Kontext und was dein eigentlicher Input ist. Wenn das alles unstrukturiert in einem Block landet, muss das Modell raten. Und das merkt man am Ergebnis.

Als Jurist:innen wissen wir eigentlich genau, wie wichtig klare Struktur ist – im Schriftsatz, im Gutachten, im Vertrag. Dasselbe Prinzip können wir auch bei der Arbeit mit KI anwenden. Wie das geht, erfährst du heute in diesem Newsletter.

Die gute Nachricht: Um deine Prompts besser zu strukturieren musst du kein Entwickler sein. Es reichen zwei einfache Formatierungswerkzeuge, die du ab heute in jeden Prompt einbauen kannst.

Dunkler Hintergrund mit zwei nebeneinanderstehenden Dokumentkarten. Links eine graue Seite mit vielen gleichförmigen Zeilen (wirkt wie ein unformatierter Textblock). Rechts eine beigefarbene Seite mit klaren Absätzen und sichtbaren Markdown-Markierungen wie „#“ und „##“, die Überschriften andeuten. Oben rechts eine kleine Graduation-Cap als Symbol für Lernen/Anleitung.

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1. Markdown: Struktur, die das Modell versteht

Sprachmodelle sehen keinen fett gedruckten Text, keine Schriftgrößen, keine Absätze – nur eine Abfolge von Zeichen. Mit Markdown gibst du dem Sprachmodell eine klare Struktur mit, den auch Maschinen lesen können.

Konkret bedeutet das:

  • # Überschriften zeigen dem Modell, wo ein neuer Abschnitt beginnt – z. B. # Aufgabe, # Kontext, # Input.
  • Aufzählungen helfen, mehrere Anforderungen klar voneinander zu trennen, statt sie in einem langen Satz zu verschachteln.
  • Fett markierte Texte (Begriff) heben das Wichtigste hervor und lenken die Aufmerksamkeit des Modells gezielt darauf.

Ein einfaches Beispiel: Statt „Prüfe den Vertrag auf Risiken und fasse zusammen" schreibst du:

# Aufgabe
Prüfe den folgenden Vertrag auf rechtliche Risiken.

# Format
Erstelle eine strukturierte Zusammenfassung mit maximal 5 Punkten.

# Input
[Vertragstext hier einfügen]­­

2. XML-Tags: Für komplexere juristische Aufgaben

Willst du eine Vertragsklausel gegen eine interne Prüfrichtlinie abgleichen, stoßen Überschriften schnell an ihre Grenzen. Hier kommen die sogenannten XML-Tags ins Spiel.

Sie kapseln Inhalte vollständig ein und machen für das Modell unmissverständlich klar, was Anweisung und was Beispiele sind:

<vertragsklausel>§ 5 Abs. 2 – Der Auftragnehmer haftet für...</vertragsklausel><prüfrichtlinie>Klauseln mit unbegrenzter Haftung sind abzulehnen, sofern...</prüfrichtlinie>

Das Modell kann die beiden Inhalte nun gezielt miteinander in Beziehung setzen – statt sie als zusammenhängenden Text zu behandeln. Anthropic empfiehlt dieses Format für Claude sogar offiziell. Und auch bei anderen Modellen zeigt es klare Wirkung.

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Womit fängst du am besten an?

Wenn du noch nie mit Formatierungen gearbeitet hast, empfehle ich dir mit Markdown anzufangen.

Das Format ist sofort umsetzbar und reicht für die meisten juristischen Alltagsaufgaben vollkommen aus.

Tipp: Wenn du noch unsicher bist, kannst du auch einfach KI bitten, deinen Prompt in Markdown zu überführen. Denke aber auf jeden Fall daran, im Anschluss den formatierten Prompt zu prüfen (sind die richtigen Stellen hervorgehoben, sind die Unterüberschriften richtig gesetzt).

XML lohnt sich, sobald du mehrere inhaltliche Blöcke sauber voneinander trennen musst – zum Beispiel bei der Vertragsprüfung oder beim Vergleich von Dokumenten.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht zwischen den Formaten, sondern zwischen formatiert und unformatiert.

Potrait von Anisja Porschke aus dem AI Legal Club
Anisja Porschke
23. April 2026

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